Aktuell, Links oben 4. April 2011

Links oben: Von Mauern, Daten und Kopien

by Christian Jakubetz

Drei Themen, die die Zukunft des Journalismus maßgeblich mitbestimmen dürften: Datenjournalismus, Finanzierung und das Thema Urheberrecht. Heute alle auf engstem Raum bei „Links oben“…

Datenjournalismus ist seit einiger Zeit auch in Deutschland zu einem großen Thema geworden. Auch wenn die Umwandlung von Daten in Information noch nicht überall zum journalistischen Handwerk gehört: Unbestritten ist, dass diese Darstellungsform im multimedialen Zeitalter erheblich an Bedeutung gewonnen hat. Stephan Weichert hat sich in  den USA umgesehen und beschreibt u.a. anhand der Beispiele von „New York Times“ und der Nachrichtenagentur AP, welche Fertigkeiten Journalisten möglicherweise in einem Zeitalter mitbringen müssen, in dem vom Rohstoff Daten so viel zur Verfügung steht wie noch nie zuvor. Und weil wir gerade beim Thema Datenjournalismus sind, sei auch nochmal auf den ABZV-Datawrapper hingewiesen.

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Keine Paywall für "Zeit Online": Wolfgang Blau (Foto: Medientage München)
Ebenfalls ein großes und dauerhaftes Thema, wenn auch aus einer ganz anderen Ecke: Paywalls, Paid-Content, kurz gesagt die weitere Finanzierung von Journalismus. Dass Meinungen und Strategien gerade bei diesem Thema sehr unterschiedlich sind, muss man vermutlich nicht betonen. Der Chefredakteur von „Zeit Online“, Wolfgang Blau, erklärt in einem Interview mit „Kress“, warum seinem Angebot eine Paywall ganz und gar nichts bringen würde und warum er viele Paywalls weniger als Modell zur Finanzierung der Online-Ausgaben, sondern vielmehr für Schutzmaßnahmen für ein möglicherweise bedrohtes Print-Geschäftsmodell hält.

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Nein, das Thema Kopieren ist tatsächlich nichts Neues und auch kein Phänomen des ach so bösen Internets. Daten und Kultur sind schon seit 50 Jahren kopierbar und verfügbar, beschreibt das Blog „Fastvoice“ in einer ausführlichen (Kultur-)Geschichte des digitalen Kopierens. Um dann zu dem Schluss zu kommen: „Ein Thema, das die Unterhaltungsindustrie schon seit über einem halben Jahrhundert weitgehend verschlafen hat“.

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