Aktuell, Links oben 13. März 2011

Links oben: Deutschland sucht die Superpleite

by Christian Jakubetz

Während „Facebook“ anscheinend nur den Weg nach oben kennt, leiden vor allem deutsche Netzwerke. Eine Webseite rechnet jetzt aus, wie lange Webseiten theoretisch noch zu leben haben. Bei einigen lässt sich vermuten: nicht mehr lange. Außerdem: Spotify gibt es jetzt endlich auch in Deutschland, Twitter kauft einen leidenden Kollegen.

Angeblich Kandidat für eine eher unschöne Zukunft: das Netzwerk "Lokalisten".

Vorab, bevor es jemand einwendet: Natürlich ist die Webseite, die die Restlaufzeiten von anderen Webseiten ausrechnet, kein wissenschaftliches Projekt. Und natürlich ist nicht anzunehmen, dass die dort beobachteten Webseiten exakt an dem Tag schließen werden, den ein Algorithmus berechnet. Trotzdem zeigt sie Trends auf. Beispielsweise den, dass soziale Netzwerke, vor allem dann, wenn sie aus Deutschland kommen und insofern eher beschränkte Reichweite haben, vor Problemen stehen. Neuer Spitzenreiter sind die „Lokalisten“, was allerdings auch damit zu tun hat, dass der allgemeine Favorit auf baldiges Hinscheiden Studi VZ für Februar keine offiziellen Zahlen gemeldet hat. Die „Lokalisten“ haben demnach noch eine Überlebenszeit von sechs Monaten. Nette Spielerei, wie gesagt.

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Es hab mal eine Zeit, da galt auch der Dienst „Posterous“ als das nächste große Ding im Netz. Aber wie das manchmal eben so ist im Netz: Nach einer kurzen, aber heftigen Euphorie sprach schnell niemand mehr davon, tatsächlich verschwand  „Posterous“ so schnell, wie es gekommen war. Jetzt ist der Dienst von „Twitter“ aufgekauft worden. Ein Zukauf, den viele Kritiker eher skeptisch sehen. Nico Lumma ist gar der Meinung, Twitter habe den Dienst nur gekauft, um an die Mitarbeiter zu kommen.

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Jetzt ist es also auch in Deutschland so weit, Spotify ist am Markt. Und auch hier gilt: Es dürfte spannend werden zu beobachten, wie sich diese Branche in Deutschland entwickelt. Der heimische Markt ist nämlich wie so oft ein bisschen anderes als die anderen großen Märkte auf der Welt. Eine Einigung mit der GEMA ist noch nicht erzielt, könnte also gut sein, dass es beim Musikstreaming ähnlich merkwürdige Zustände gibt wie beim Betrachten von Musikvideos bei Youtube. Die anderen Eigenheiten beschreibt die Financial Times in ihrer englischen Ausgabe.

 

 

Comments 1
  • Der Niedergang der Lokalisten ist wohl nicht mehr zu stoppen, aber zum Teil auch selbstverschuldet.

    Als Mitglied der Seite hat man das Gefühl, dass das inzwischen ein Einmannbetrieb ist, dessen einziges Anliegen der Einbau von Werbelinks ist, wohingegen Inhalte und Ansprache der Nutzer keine Rolle mehr spielen.
    Die Community ist tot, irgendwelche Anreize, die Seite aufzusuchen (Aktionen, Partyfotos, Events), wurden vor Monaten eingestellt, die nicht aktuelle Startseite schreckt ebenfalls ab.

    Die lassen das Ding halt wohl noch laufen, solange es sich irgendwie rechnet, dabei bin ich überzeugt, dass man mit einer Neuausrichtung und ein paar guten Ideen, die Community miteinzubauen, durchaus noch etwas aus der Seite machen könnte.

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