Aktuell, Links oben 9. März 2011

Links oben: Denk online, wenn du Journalist sein willst

by Christian Jakubetz

Erst waren die Anzeigen weg, jetzt die Journalisten. Den Zeitungen in den USA geht es wirklich ganz und gar nicht gut. Ihren möglichen Alternativen in der Schweiz allerdings auch nicht. Außerdem heute bei Links oben: Ist ein Blogger nicht immer auch ein Journalist?

Denk online: Die neuesten Zahlen beschreiben keine sehr schöne Zukunft von Tageszeitungen - zumindest nicht in den USA.

If you want to be journalist, think online — dass man diesen Satz einmal lesen würde, hätte man sich in dieser Deutlichkeit wahrscheinlich auch nicht gedacht. Geschrieben worden ist er bei businessinsider.com anlässlich einer Geschichte über die am schnellsten abstürzende „Industrie“ in den USA. Das sind nicht Autos oder anderes Zeugs, sondern tatsächlich: Tageszeitungen. Zumindest, wenn man dieses Ranking an der Menge der verloren gegangenen Jobs festmacht. Eine Überraschung sei das allerdings nicht, schreiben die Autoren. Schließlich seien zuvor schon die Erlöse der Blätter rasant nach unten gegangen. Stellenstreichungen bleiben dann naturgemäß nicht aus.

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Weil wir gerade beim Thema Zeitung sind: Hyperlokale, multimediale Mikrozeitungen — so soll nach Meinung nicht ganz weniger Experten die Zeitung von morgen aussehen, wenn es sie dann überhaupt noch gibt. Doch diese Idee hat jetzt einen leichten Dämpfer erlitten. Der Vorzeige-Mikrozeitungsmacher Urs Gossweiler aus der Schweiz hat jetzt einen Teil seiner Mikrozeitungen einstellen müssen. Im Interview erklärt er, warum. Und man ahnt es: hat natürlich wieder mal was mit Geld zu tun.

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Wann ist ein Blogger jetzt eigentlich ein Blogger? Wo verläuft die Grenze zum professionellen Journalismus? Das ist keine Frage, um danach wieder eine der beliebte Grundsatzdebatten anzuzetteln, sondern eine mit eher juristischem Hintergrund.  Es geht um Rechte und Pflichten und letztendlich auch um die Frage, ob regelmäßiges öffentliches Publizieren nicht generell gleichzusetzen ist, egal wie man das jetzt nennt. Die Frage hat inzwischen den Rang einer Verfassungsbeschwerde angenommen.

 

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